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Etsy Buchhaltung 2026: E-Rechnung, Steuern und Tools für Kleinunternehmer

Aktualisierter Guide für Etsy-Seller in Deutschland zu E-Rechnung, Kleinunternehmerregelung, Reverse Charge und Tool-Workflows.

Von Metin MercanAktualisiert am Keine Steuerberatung

Visuelle Schnellübersicht

Der robuste Workflow für Etsy-Buchhaltung

1

Etsy

Bestellungen, Gebühren, Auszahlungen

2

Billbee

Rechnungen, Aufträge, Multi-Channel

3

Lexware / sevDesk

Belege, Bankabgleich, Buchhaltung

4

Steuerberater

Prüfung, DATEV, Abschluss

E-Rechnung

Empfang und Archivierung

1

E-Rechnung empfangen

XRechnung oder ZUGFeRD nicht nur als PDF behandeln.

2

Original sichern

XML-Datei und Beleg im Tool oder Archiv ablegen.

3

Monatlich prüfen

Eingangsrechnungen, Etsy-Gebühren und Auszahlungen abgleichen.

Reverse Charge

Warum Kleinunternehmer genau hinschauen

Etsy-Gebühren netto120,00 EUR
Rechnerische USt 19 Prozent22,80 EUR
Kleinunternehmer-Hinweiskein normaler Vorsteuerabzug

Die konkrete Meldung sollte steuerlich geprüft werden. Der Punkt ist: Etsy-Gebühren sind nicht dasselbe wie Ihre Kundenrechnungen.

Tool-Setup

Welches Setup passt zu welchem Shop?

Billbee Workflow lesen

Minimal

Etsy CSV + Buchhaltungstool

für sehr kleine Shops

Solide

Billbee + Lexware / sevDesk

für regelmäßige Bestellungen

Profi

Billbee + Konnektor + Steuerberater

für Multi-Channel

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Der digitale Wandel im E-Commerce 2026
  2. Die E-Rechnungspflicht: Was Etsy-Seller aktuell wissen sollten
  3. B2B vs. B2C bei Etsy: Die steuerliche Trennung verstehen
  4. Etsy-Gebühren und Reverse Charge (§ 13b UStG)
  5. Kleinunternehmerregelung: Aktuelle Umsatzgrenzen 2026
  6. Praxisbeispiel: Der Etsy-Kleinunternehmer (18.000 € Jahresumsatz)
  7. Multi-Channel-Szenario: Etsy + Shopify kombinieren
  8. Monatlicher Buchhaltungsprozess: Schritt für Schritt erklärt
  9. Tool-Setup Varianten: Vom Minimal- bis zum Profi-Setup
  10. Tool-Vergleich 2026: Software für Etsy-Seller
  11. Häufige Fallstricke und wie man sie vermeidet
  12. Quellenverzeichnis und offizielle Referenzen
  13. Weiterführende Guides
  14. Transparenz und rechtlicher Hinweis

Einleitung: Der digitale Wandel im E-Commerce 2026

Für viele Etsy-Verkäufer in Deutschland war die Buchhaltung bisher ein Prozess, der sich mit CSV-Exporten und manuellen Tabellen bewältigen ließ. Doch die Einführung der obligatorischen E-Rechnung seit 2025 hat die Anforderungen an eine geordnete Buchführung massiv erhöht.

In diesem Guide, der im Juni 2026 umfassend aktualisiert wurde, beleuchten wir die wichtigsten Änderungen und zeigen auf, wie eine moderne, weitgehend automatisierte Buchhaltung für Etsy-Shops aktuell aussehen kann. Besonders Kleinunternehmer und Handmade-Seller stehen vor der Herausforderung, ihre Prozesse so zu digitalisieren, dass sie den Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern (GoBD) entsprechen.


Die E-Rechnungspflicht: Was Etsy-Seller aktuell wissen sollten

Die Einführung der E-Rechnung ist weit mehr als eine PDF-Rechnung per E-Mail. Sie ist ein strukturierter Datensatz, der maschinenlesbar ist und direkt von Buchhaltungsprogrammen verarbeitet werden kann.

Was ist eine E-Rechnung wirklich?

Eine E-Rechnung sollte laut Gesetz (bitte prüfen: § 14 UStG n.F.) eine Rechnung sein, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird. Sie sollte der europäischen Norm EN 16931 entsprechen.

  • XRechnung: Ein reiner XML-Datensatz, der primär für die maschinelle Verarbeitung gedacht ist.
  • ZUGFeRD: Ein Hybridformat, das eine PDF-Ansicht mit einem eingebetteten XML-Datensatz kombiniert. Für Menschen lesbar, für Maschinen verarbeitbar.

Empfangspflicht seit Januar 2025 - Die unterschätzte Hürde

Seit dem 01.01.2025 sind inländische Unternehmer - auch Kleinunternehmer - dazu angehalten, E-Rechnungen empfangen zu können. Wenn Sie für Ihr Business Material, Software oder Dienstleistungen von anderen deutschen Unternehmen beziehen, könnten diese Ihnen eine E-Rechnung senden. Sie sollten technisch in der Lage sein, diese Dateien GoBD-konform zu archivieren.

  • Vorsicht: Das einfache Speichern einer E-Rechnung als PDF-Druck erfüllt die GoBD-Anforderungen unter Umständen nicht, wenn das Original ein strukturierter XML-Datensatz war (Prüfpflichtig: Archivierungspflicht der Original-XML-Datei).

Versandpflicht und Übergangsfristen

Beim Erstellen eigener Rechnungen an andere Unternehmen (B2B) gibt es gestaffelte Übergangsfristen:

  • Bis Ende 2026 dürfen für B2B-Umsätze grundsätzlich noch Papier- oder sonstige elektronische Rechnungen (z. B. einfache PDF) versendet werden, sofern der Empfänger zustimmt.
  • Für Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von bis zu 800.000 € verlängert sich diese Erleichterung bis Ende 2027.
  • Ab 2028 wird die E-Rechnung im inländischen B2B-Verkehr für fast alle Umsätze zur Pflicht.
  • Da Etsy-Verkäufe überwiegend an Privatpersonen (B2C) erfolgen, ist die Versandpflicht für die meisten Seller aktuell nicht unmittelbar kritisch, sollte aber für B2B-Verkäufe im Auge behalten werden.

B2B vs. B2C bei Etsy: Die steuerliche Trennung verstehen

In der Etsy-Buchhaltung sollte man zwei Ebenen strikt unterscheiden:

Ebene 1: Verkäufe an Kunden (B2C)

Dies sind Ihre Einnahmen. Als Kleinunternehmer weisen Sie in der Regel keine Umsatzsteuer aus (Hinweis auf § 19 UStG erforderlich). Die Rechnungsstellung kann über Tools wie Billbee automatisiert werden.

Ebene 2: Gebühren von Etsy Ireland (B2B)

Dies sind Ihre Ausgaben. Etsy Ireland UC stellt Ihnen Dienstleistungen in Rechnung. Da Etsy seinen Sitz in Irland hat, handelt es sich um eine grenzüberschreitende Dienstleistung innerhalb der EU. Dies führt uns zum Thema Reverse Charge.


Etsy-Gebühren und Reverse Charge (§ 13b UStG)

Das Reverse-Charge-Verfahren (Umkehr der Steuerschuldnerschaft) ist oft eine Hürde für Einsteiger.

Das Verfahren im Detail (Prüfpflichtig)

Etsy stellt Ihnen die Gebühren netto (ohne Mehrwertsteuer) in Rechnung, sofern Sie Ihre USt-IdNr. hinterlegt haben. Da die Leistung in Deutschland als erbracht gelten sollte (bitte prüfen: § 3a UStG), schulden Sie die Umsatzsteuer darauf dem deutschen Finanzamt.

Praxisbeispiel: Reverse-Charge Beispielrechnung

Betrachten wir ein konkretes Szenario für einen Monat in einem Etsy-Shop. Nehmen wir an, Sie haben folgende Gebühren bei Etsy generiert:

  • Einstellgebühren: 15,00 € (für neue Listings)
  • Transaktionsgebühren: 45,00 € (Prozentualer Anteil an den Verkäufen)
  • Etsy Ads: 60,00 € (Werbekosten innerhalb der Plattform)
  • Abwicklungskosten (Processing Fees): 30,00 €
  • Gesamtgebühren (Netto): 150,00 €

Da Etsy seinen Sitz in Irland hat und Sie als Unternehmer in Deutschland agieren, greift bei korrekter Hinterlegung der USt-IdNr. das Reverse-Charge-Verfahren.

  • Umsatzsteuerberechnung: 150,00 € * 19 % = 28,50 €
  • Buchung: Sie deklarieren in Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung oder -erklärung 28,50 € als geschuldete Umsatzsteuer an das Finanzamt.
  • Hinweis für Kleinunternehmer (Prüfpflichtig): Da Sie als Kleinunternehmer nach § 19 UStG nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, könnten Sie diese 28,50 € nicht als Vorsteuer gegenrechnen. Die Umsatzsteuer wird somit zu einem Teil Ihrer tatsächlichen Betriebsausgaben. Ihre effektiven Gesamtkosten für die Etsy-Dienstleistungen belaufen sich in diesem Beispiel also auf 178,50 €.

Dieser Punkt wird oft übersehen, führt jedoch bei Nichtbeachtung unter Umständen zu Nachzahlungen bei einer Betriebsprüfung.


Kleinunternehmerregelung: Aktuelle Umsatzgrenzen 2026

Durch das Wachstumschancengesetz wurden die Schwellenwerte angepasst.

25.000 € und 100.000 €: Die neue Flexibilität (Prüfpflichtig)

Seit dem Kalenderjahr 2025 gelten folgende Grenzwerte:

  1. Vorjahresumsatz: Bis zu 25.000 € (bisher 22.000 €).
  2. Umsatz im laufenden Jahr: Bis zu 100.000 €.

Folgen bei Überschreitung (Der Fallbeil-Effekt)

Wenn Sie die 100.000 € Grenze im laufenden Jahr überschreiten, entfällt die Steuerbefreiung oft mit sofortiger Wirkung für die restlichen Umsätze des Jahres (Prüfpflichtig: Genaue Ausgestaltung gemäß aktuellem BMF-Schreiben). Dies erfordert ein Monitoring Ihrer Zahlen. Wer die 100.000 € überschreitet, sollte ab diesem Moment Umsatzsteuer auf seine Rechnungen schreiben.


Praxisbeispiel: Der Etsy-Kleinunternehmer (18.000 € Jahresumsatz)

Schauen wir uns ein typisches Beispiel an: Anna, eine Handmade-Sellerin, die personalisierte Geschenkartikel auf Etsy verkauft. Ihr Shop erwirtschaftet ca. 1.500 € Umsatz pro Monat, was einem Jahresumsatz von ca. 18.000 € entspricht.

Welche Buchhaltungsthemen entstehen bei Anna?

  • Transaktions-Dschungel: Anna hat ca. 50-80 Bestellungen pro Monat. Jede Bestellung löst mehrere Buchungsposten aus (Verkauf, Transaktionsgebühr, Bearbeitungsgebühr, ggf. Steuer auf Gebühren). Manuell ist dieser Aufwand fehleranfällig.
  • Differenzbesteuerung oder Kleinunternehmer? Anna nutzt die Kleinunternehmerregelung. Das bedeutet, sie darf keine Mehrwertsteuer ausweisen, sollte aber die Umsatzsteuer auf die Etsy-Gebühren (Reverse Charge) korrekt abführen. Viele Seller in dieser Umsatzgröße übersehen diesen Punkt und buchen einfach nur die Netto-Auszahlung von Etsy, was buchhalterisch unzureichend sein könnte (prüfpflichtig).

Welche E-Rechnungs-/B2B-Themen sind für Anna prüfpflichtig?

Obwohl Anna überwiegend an Privatkunden verkauft, sollte sie seit 2025 in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen (z. B. von ihrem Materiallieferanten oder Softwareanbietern). Sie sollte sicherstellen, dass diese XML-Dokumente nicht einfach als PDF-Ausdruck archiviert werden.

Welche Tool-Kombination passt für Anna?

Für Anna empfiehlt sich ein Solides Setup:

  • Billbee für die automatische Rechnungserstellung an Kunden (ca. 10-15 €/Monat je nach Auftragsvolumen).
  • Lexware Office als Buchhaltungssoftware (ca. 15-20 €/Monat).
  • Dieses Setup automatisiert den Datenfluss und bereitet Anna für die E-Rechnungspflicht vor, ohne hunderte Euro monatlich auszugeben.

Multi-Channel-Szenario: Etsy + Shopify kombinieren

Viele erfolgreiche Seller wie Markus expandieren. Markus hat einen etablierten Etsy-Shop und eröffnet zusätzlich einen eigenen Shopify-Shop, um seine Marke unabhängiger aufzubauen.

Warum Multi-Channel die Buchhaltung erschweren kann

Sobald ein zweiter Kanal hinzukommt, verdoppelt sich nicht nur der Umsatz, sondern vervielfacht sich die Komplexität:

  • Auseinanderfallende Daten: Die Auszahlungen von Shopify Payments erfolgen in anderen Zyklen als die von Etsy Payments.
  • Gebühren-Strukturen: Shopify berechnet App-Gebühren, Transaktionsgebühren und ggf. Gebühren für externe Zahlungsanbieter. Etsy hat sein eigenes, oben beschriebenes Modell.
  • Rechnungsnummern: Ohne zentrales System drohen doppelte Rechnungsnummern oder Lücken, was bei einer Prüfung zu Problemen mit der GoBD-Konformität führen könnte.

Warum Billbee + Lexware Office oder sevDesk hier sinnvoll sein können

In diesem Szenario wird ein zentrales Warenwirtschaftssystem (ERP) wie Billbee zum Ankerpunkt.

  1. Billbee sammelt alle Aufträge von Etsy und Shopify.
  2. Es vergibt eine fortlaufende, eindeutige Rechnungsnummer für alle Kanäle.
  3. Es exportiert die gesammelten Daten an Lexware Office oder sevDesk. Dies verhindert, dass Markus zwischen verschiedenen Export-Dateien den Überblick verliert und unterstützt dabei, dass die Buchhaltung am Ende des Monats „aufgeht“.

Monatlicher Buchhaltungsprozess: Schritt für Schritt erklärt

Um die Buchhaltung aktuell effizient zu gestalten, empfiehlt sich ein strukturierter monatlicher Prozess. Hier ist ein beispielhafter Ablauf:

Schritt 1: Etsy-Abrechnungen herunterladen

Laden Sie im Etsy-Dashboard unter Finanzen > Abrechnungen die monatliche CSV-Datei herunter. Wichtig: Laden Sie auch die offizielle Gebührenrechnung (PDF/E-Rechnung) herunter, die Etsy meist am Anfang des Folgemonats bereitstellt.

Schritt 2: Gebühren prüfen & Reverse Charge identifizieren

Gehen Sie die Gebührenpositionen durch. Markieren Sie alle Posten, die der Steuerschuldumkehr unterliegen könnten (Anzeigen, Provisionen). Prüfen Sie, ob Ihre USt-IdNr. auf der Rechnung korrekt aufgeführt ist.

Schritt 3: Rechnungen exportieren

Falls Sie Billbee nutzen: Führen Sie den monatlichen Export Ihrer Ausgangsrechnungen an Ihr Buchhaltungstool (Lexware Office / sevDesk) durch. Stellen Sie sicher, dass alle Stornierungen und Gutschriften ebenfalls übertragen wurden.

Schritt 4: Bankabgleich durchführen

In Ihrem Buchhaltungstool verknüpfen Sie Ihre Bankkonten. Gleichen Sie die Etsy-Auszahlungen (Payouts) mit den offenen Posten ab.

  • Tipp: Da eine Auszahlung meist viele Bestellungen bündelt, nutzen Profis Konnektoren wie Kassenklingeln, um diesen Abgleich automatisiert pro Transaktion durchzuführen.

Schritt 5: Belege archivieren

Stellen Sie sicher, dass alle Eingangsrechnungen (Material, Software, Etsy-Gebühren) GoBD-konform im Tool gespeichert sind. Denken Sie bei E-Rechnungen an die Archivierung des Original-XML-Formats.

Schritt 6: Steuerberater / DATEV-Export vorbereiten

Am Ende des Prozesses erstellen Sie den DATEV-Export für Ihren Steuerberater oder bereiten die Daten für Ihre eigene Umsatzsteuervoranmeldung in Lexware Office/sevDesk vor. Eine saubere Vorarbeit könnte die Kosten beim Steuerberater reduzieren.

Mini-Checkliste: Welche Daten Etsy-Seller monatlich sichern sollten

Ein sauberes Backup Ihrer Daten ist nicht nur für das Finanzamt, sondern auch für Ihr eigenes Controlling ratsam. Sichern Sie monatlich folgende Dokumente:

  • Abrechnungs-CSV (Payment Account): Enthält alle finanziellen Transaktionen innerhalb Etsys.
  • Bestell-CSV (Orders): Listet alle verkauften Artikel, Versanddaten und Kundendaten auf.
  • Offizielle Gebührenrechnung (VAT Invoice): Das PDF-Dokument von Etsy Ireland, das als Grundlage für die Reverse-Charge-Buchung dient.
  • E-Rechnungs-Originale: Falls Sie Material oder Software von inländischen Unternehmen beziehen, sichern Sie die Original-XML-Dateien.
  • Zahlungsbelege: Exportieren Sie ggf. monatliche Auszüge Ihres Geschäftskontos als PDF und CSV/DATEV.

Tool-Setup Varianten: Vom Minimal- bis zum Profi-Setup

Je nach Größe Ihres Shops und Komplexität Ihrer Kanäle gibt es unterschiedliche Ansätze.

Variante A: Das Minimal-Setup (Für Hobby-Starter)

  • Tools: Manuelle Etsy-CSV + Buchhaltungstool (z. B. Lexware Office).
  • Vorteil: Geringe Kosten.
  • Nachteil: Manueller Aufwand, Fehleranfälligkeit bei Gebühren und Reverse Charge. Prüfpflichtig: Die GoBD-Konformität bei rein manueller Datenverarbeitung ist oft schwerer zu gewährleisten.

Variante B: Das Solide Setup (Empfehlung für Vollzeit-Seller)

  • Tools: Billbee (Rechnungsautomatisierung) + Lexware Office / sevDesk (Buchhaltung).
  • Vorteil: Rechnungen werden automatisch GoBD-konform erstellt, Daten fließen strukturiert in die Buchhaltung. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Für wen: Etsy-Seller mit regelmäßigen Bestellungen.

Variante C: Das Fortgeschrittene Setup (Für Multi-Channel & Scale)

  • Tools: Billbee + Lexware Office + Kassenklingeln / SyncFuchs.
  • Vorteil: Zeitersparnis durch automatisierten Abgleich der komplexen Etsy-Payouts. Nahezu fehlerfreies Verbuchen von Gebühren und Reverse Charge.
  • Für wen: Seller mit hohen Transaktionszahlen oder mehreren Marktplätzen (Etsy + Amazon + Shopify).

Entscheidungshilfe: Wann lohnt sich welches Setup?

Die Wahl des richtigen Setups hängt primär von Ihrem Bestellvolumen und der Anzahl Ihrer Verkaufskanäle ab.

  • Hobby-Level (< 10 Bestellungen/Monat): Hier könnte das Minimal-Setup ausreichen. Der Zeitaufwand für die manuelle Bearbeitung ist überschaubar, erfordert aber Sorgfalt bei der Beachtung der GoBD-Regeln.
  • Wachstumsphase (10 - 50 Bestellungen/Monat): Ab hier spart das Solide Setup mit Billbee meist bereits mehr Zeitwert ein, als die monatlichen Fixkosten betragen. Die Automatisierung der Rechnungsstellung reduziert zudem das Risiko von Fehlern.
  • Professionalisierung (50+ Bestellungen/Monat oder Multi-Channel): Wer auf Etsy und Shopify gleichzeitig verkauft, verliert ohne das Fortgeschrittene Setup oft den Überblick über Gebühren und Auszahlungsdifferenzen. Die Investition in einen dedizierten Konnektor (Kassenklingeln/SyncFuchs) amortisiert sich hier meist durch die verkürzte Zeit für den Bankabgleich und die Buchung der Reverse-Charge-Vorgänge.

Tool-Vergleich 2026: Software für Etsy-Seller

Eine manuelle Buchhaltung wird angesichts der Anforderungen zunehmend zeitaufwendig. Hier ist eine Übersicht gängiger Lösungen:

Die neutrale Vergleichstabelle

Tool / Kategorie Hauptfokus E-Rechnung Besonderheiten für Etsy Empfehlung für...
Billbee Warenwirtschaft Vorbereitet (ZUGFeRD) Liest Etsy & Shopify Bestellungen ein, erstellt Rechnungen. Automatisierung & Multichannel
Lexware Office Buchhaltung Vollständig integriert Starke Bankanbindung, GoBD-Archivierung. Einsteiger & DATEV-Nutzer
sevDesk Buchhaltung Vollständig integriert Intuitive Bedienung, gute Berichte. Design-affine Seller
Kassenklingeln Konnektor N/A Spezialisiert auf Etsy-Gebühren-Import in Lexware. Lexware-Nutzer
SyncFuchs Konnektor N/A Verbindet Marktplatz-Daten mit Buchhaltung. Fortgeschrittene Automatisierer

Häufige Fallstricke und wie man sie vermeidet

  • Vermischung von Konten: Ein separates Geschäftskonto sollte Standard sein.
  • Ignorierung der E-Rechnungs-Archivierung: XML-Dateien sollten digital im Original gespeichert werden.
  • Falscher Umsatzbegriff: Für die 25.000 € Grenze zählt der Brutto-Verkaufspreis des Kunden (inkl. Versand).
  • Fehlende Rücklagen: Planen Sie die Einkommensteuer frühzeitig ein.
  • OSS-Verfahren unterschätzt: Wer viel ins EU-Ausland verkauft, sollte die Lieferschwellen im Blick behalten (Prüfpflichtig: Lieferschwelle von 10.000 € EU-weit).

Quellenverzeichnis und offizielle Referenzen


Fazit: Die Buchhaltung für Etsy-Verkäufer im Jahr 2026 erfordert eine sorgfältige Planung. Während die neuen Gesetze Hürden aufbauen, bieten moderne Tools die Chance, administrative Aufgaben weitgehend zu automatisieren. Wer sich frühzeitig informiert und seine Prozesse anpasst, schafft eine solide Basis für ein erfolgreiches Business.

Stand der Informationen: Juni 2026. Bitte beachten Sie, dass sich technische Funktionen und rechtliche Auslegungen kurzfristig ändern können. Konsultieren Sie immer einen Fachberater.


Weiterführende Guides

Dieser Hauptguide gibt den Überblick. Für die einzelnen Themen gehen folgende Detailartikel in die Tiefe:


Transparenz und rechtlicher Hinweis

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Wichtiger rechtlicher Disclaimer: Dieser Leitfaden dient ausschließlich der allgemeinen Information und Orientierung für Etsy-Verkäufer in Deutschland. Er stellt keine Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Steuerliche Sachverhalte, insbesondere im Bereich des internationalen E-Commerce und der E-Rechnung, sind hochkomplex und von individuellen Faktoren abhängig. Alle hier gemachten Angaben sollten vor der praktischen Umsetzung durch einen qualifizierten Steuerberater oder Rechtsanwalt verifiziert werden. Begriffe wie „prüfpflichtig“ oder „sollte“ kennzeichnen Aussagen, die einer einzelfallbezogenen Prüfung durch Fachberater oder offizielle Stellen bedürfen.

Häufige Fragen

Müssen Etsy-Kleinunternehmer seit 2025 E-Rechnungen empfangen können?
Ja. Seit dem 1. Januar 2025 sollten auch Kleinunternehmer technisch in der Lage sein, strukturierte E-Rechnungen wie XRechnung oder ZUGFeRD von inländischen B2B-Lieferanten zu empfangen und GoBD-konform im Original zu archivieren. Das eigene Versenden von E-Rechnungen ist für überwiegend an Privatkunden verkaufende Seller dagegen meist noch nicht kritisch.
Gilt Reverse Charge auf Etsy-Gebühren auch für Kleinunternehmer?
Das kann zutreffen. Etsy Ireland erbringt eine Dienstleistung an Ihr Unternehmen; bei hinterlegter USt-IdNr. greift häufig das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG. Kleinunternehmer können die so geschuldete Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen. Die konkrete Behandlung sollte ein Steuerberater prüfen.
Welche Umsatzgrenzen gelten 2026 für die Kleinunternehmerregelung?
Seit 2025 liegt die Grenze beim Vorjahresumsatz bei 25.000 Euro und beim laufenden Jahr bei 100.000 Euro. Wird die Grenze von 100.000 Euro im laufenden Jahr überschritten, entfällt die Kleinunternehmer-Steuerbefreiung ab diesem Zeitpunkt.